Urlaub mit Diabetes Mellitus auf Koh Samui

Um die 1.000.000 Deutsche verbringen jährlich ihren Urlaub in Thailand. Diese Zahl spricht für sich. Vermutlich wird es nach der Coronakrise genauso aussehen.
Thailand gehört zu den vielfältigsten Orten der Welt. In einer Ecke lassen sich kulturelle Begebenheiten und weiße Strände finden, wenige Meter weiter landet man plötzlich in der Partymetropole. Von der belebten Hauptstadt Bangkok bis hin zu den größten Inseln, wie Koh Samui ist für jeden etwas dabei.

Doch wie sieht es aus, wenn Sie an einer Krankheit wie Diabetes leiden? Berechtigterweise stellen sich die meisten die Frage, ob sie bedenkenlos in ein weit entferntes Land, wie Thailand reisen können. Bevor wir auf explizite Tipps für Diabetes Patienten eingehen, betrachten wir die Krankheit erst einmal ganz allgemein, um eine Grundlage zu schaffen.

Ein Hinweis noch auch wenn es vermutlich ab Herbst wieder möglich ist nach Thailand zu reisen, sollten Diabetiker erst reisen sobald ein Corona Impfschutz verfügbar ist.

Der Unterschied zwischen Diabetes Typ-1 und Typ-2

Diabetes Patienten besitzen einen gestörten Stoffwechsel. In der Regel tritt diese Störung in Form einer Hyperglykämie auf. Doch in seltenen Fällen kann auch der Stoffwechsel der Fette und Proteine gestört sein. Differenziert wird bei Diabetes Mellitus Patienten zwischen zwei Typen: Typ-1 und Typ-2.

Typ-1 ist die seltenere Form der Zuckerkrankheit und fällt unter die Autoimmunerkrankungen. Dabei werden in der Bauchspeicheldrüse die Insulin produzierenden Zellen von Antikörpern zerstört. Da Typ-1 jedoch sehr selten auftritt und Typ-2 deutlich stärker verbreitet ist, wollen wir uns mit diesem ausführlicher beschäftigen.

Typ-2 unterliegt einer Insulinresistenz. Dabei werden die eigenen Körperzellen immun bzw. unempfindlich gegenüber Insulin. Insulin ist ein Hormon, das von Betazellen produziert wird, welche sich in der Bauchspeicheldrüse befinden. Die Entwicklung von Diabetes Typ-2 ist ein schleichender Prozess. Anfangs produziert die Bauchspeicheldrüse ganz normal Insulin. Dieser Vorgang nimmt mit der Zeit ab und wird von Mal zu Mal schwächer. Irgendwann tritt der Zeitpunkt ein, wo die produzierte Menge an Insulin nicht mehr für den Körper ausreichend ist, um Blutzucker in die Körperzellen zu transportieren. Infolgedessen versucht der Körper diesen Mangel auszugleichen, indem die Bauchspeicheldrüse vermehrt gefordert wird. Doch diese Überbelastung führt dazu, dass sie erschöpft und letztendlich ein vollständiger Mangel besteht.

Bildrechte:By Laurent ERRERA from L’Union, France [CC BY-SA 2.0 ], via Wikimedia Commons

Flugvorbereitungen als Diabetes-Erkrankter

Weit entfernte Ziele wie Thailand können Sie ohne Flugzeug schlecht erreichen. Als Diabetes-Patient müssen Sie im Gegensatz zu manch anderen einiges mehr im Gepäck dabeihaben, welches eine gesonderte Behandlung benötigt. Ein Flug kann schnell 10 Stunden oder länger andauern und während dieser Zeit pausiert die Krankheit natürlich nicht. Auch während des Fluges müssen Sie sich damit auseinandersetzen. Daher ist ein griffbereites Blutzuckermessgerät zu jedem Zeitpunkt essenziell, um Schwankungen schnell entgegenwirken zu können.

Abseits der allgemeinen Tipps ist es essenziell, dass Sie ihren Arzt vor Reiseantritt informieren, um alles explizit auf Ihren Fall Zugeschnittene zu besprechen. Darunter fällt beispielsweise die Einstellung des Blutzuckers oder auch die Menge an Insulin, die Sie zu sich führen müssen. Vergessen Sie dabei keinesfalls das ärztliche Attest von Ihrem Hausarzt anzufordern. Andernfalls kann es am Flughafen bei der Sicherheitskontrolle zu Problemen kommen. Thailand hat eine Zeitverschiebung von ca. 5 Stunden. Es wird gesagt pro zwei Stunden Zeitverschiebung ändert sich Ihr Insulinbedarf um etwa zehn Prozent. Im Falle des Thailand Urlaubes sollten Sie somit grundlegend schon einmal 25 % mehr Insulin einplanen.

Damit die Insulinvorräte während des Fluges nicht unbrauchbar werden bewahren Sie diese unbedingt in eine dafür vorgesehen Kühltasche auf. Die optimale Temperatur liegt zwischen +2 und +8 Grad Celsius. Eine Hälfte legen Sie in Ihr Handgepäck, die andere Hälfte in den Koffer. Im schlimmsten Falle verlieren Sie somit nur einen Teil Ihrer Medikamente und haben dennoch ausreichend zur Verfügung, da dringend empfohlen wird, die doppelte Menge mitzunehmen.

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